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VON HARRIET OERKWITZ
03. JUNI 2012

Hans-Georg Klemm "Beethoven, Mahler, Wagner: Genial und hochsensibel"

Auszug aus dem Kapitel „Flüstern, dass die Fenster klirren“. Empfindlichkeit

Dieses Kapitel widmet sich der Empfindlichkeit Beethovens, Wagners und Mahlers gegen Gerüche, Geräusche, Temperaturen und andere äußere Einflüsse. Es ist für das „Konzert der Stille“ auf die Bedeutung eben jener für die drei Komponisten reduziert und entsprechend gekürzt worden.

 

Ludwig van Beethoven

 

Dass Beethoven sich ständig mit Mietern und Vermietern überwarf, ist bekannt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Seinen Mitmenschen dürfte es beispielsweise kaum gefallen haben, wenn er beim Komponieren den Takt mit einem Stock auf den Fußboden trommelte, dabei sang und schrie und hin und wieder mit Tintenfässern und Gläsern warf oder – wie im Hause des Barons Pasqualati – ein großes Loch in eine Wand stemmen ließ, weil seiner Ansicht nach dort der schönen Aussicht wegen ein Fenster sein müsste. All diese, für andere sicher wenig angenehmen Umstände können jedoch unmöglich allein dafür verantwortlich gemacht werden, dass er in drei Jahrzehnten mindestens 30-mal die Bleibe wechselte. [...]

Dass Ludwig van Beethoven ab Mitte zwanzig fortschreitend sein Gehör verlor, dürfte hinreichend bekannt sein. Doch er konnte – was angesichts seines Schicksals häufig außer Acht gelassen wird – vor seiner Ertaubung außergewöhnlich gut hören, was er selbst in seinem „Heiligenstädter Testament“ hervorhebt: „Ach, wie wär es möglich, dass ich dann die Schwäche eines Sinnes angeben sollte, der bei mir in einem vollkommeneren Grade als bei andern sein sollte, einen Sinn, den ich einst in der größten Vollkommenheit besaß, in einer Vollkommenheit, wie ihn wenige von meinem Fache gewiss haben noch gehabt haben.“

Geräusche wie das Geschrei von Kindern, sich streitender Paare oder Geigengefiedel eines angehenden Virtuosen waren seiner Konzentrationsfähigkeit ganz sicher abträglich – zumindest so lange, wie sein Gehörleiden diesen Anspruch nicht überflüssig machte. Und es war nicht nur der Krach in den vielen Häusern, der für Beethoven unerträglich gewesen sein muss und einen sofortigen Auszug unumgänglich machte.

Das Schlimmste für ihn war sicher, dass er nur begrenzt Einfluss auf die verursachten Geräusche, und zweifellos auch Gerüche, nehmen konnte. Es bedarf wohl keiner großen Fantasie, um sich an dieser Stelle einen tobenden Beethoven vorzustellen, dem, während er sich in die Komposition eines Adagios zu vertiefen versucht, der Duft von Angebratenem oder das Gezeter von nebenan (womöglich in Kombination) die Sinne verzaubert. Am besten wäre Beethoven wohl frühzeitig der eigenen Eingebung gefolgt, die er in seinem Tagebuch verewigte: „Ein Bauerngut, dann entfliehst du deinem Elend!“ Vielleicht besäße dann die Nachwelt so manches „Kind“ aus seiner Feder mehr... Denn eines der Lieblingszitate Gustav Mahlers hätte auch der Titan ganz sicher mit einem dicken Ausrufezeichen versehen: „Wie viele geniale Gedanken sind schon durch einen Peitschenknall vernichtet worden.“

 

Gustav Mahler

 

Natalie Bauer-Lechner erfuhr von Mahler, „er habe schon als Kind gewünscht, unser Herrgott hätte doch jeden Menschen so ausgestattet, dass im Nu, wenn er zu laut wird, ihn etwas wie ein innerlicher ‚Knüppel aus dem Sack‘ tüchtig prügeln und sofort zum Schweigen bringen sollte.“ Während dieser Wunsch auch heute noch nicht Wirklichkeit geworden ist, sollten sich seine weiteren Worte aus dem Jahr 1893 als wahrhaft prophetisch erweisen. Natalie hat sie so überliefert: Er sei sich sicher, dass die Menschheit in irgendeiner späteren Epoche gegen Geräusche so empfindlich sein werde, wie jetzt etwa gegen Gestank, und dass es die schärfsten Strafen und öffentliche Maßregeln gegen Verletzung des Gehörs geben werde. Wie hätte Mahler in der heutigen Zeit zu leiden! [...]

Es ist sicher nicht jedem bekannt, dass auch er die Wohnungen recht häufig wechselte. Allein während seiner Studienzeit hatte er mindestens ein halbes Dutzend verschiedene Adressen. Dass Lärmbelästigungen eine große Rolle spielten, geht aus einem Brief an Anton Krisper hervor, der womöglich wenig verständnisvoll den Kopf geschüttelt haben könnte. Denn sein leidender Freund schrieb ihm im Februar 1880 von der Wiener Windmühlgasse 39 aus: „Im Zimmer nebenan hauset eine Jungfrau, die den ganzen Tag auf ihrem Spinett ruht. Sie weiß allerdings nicht, dass ich deshalb schon wieder wie Ahasverus meinen Wanderstab ergreifen muss. Das weiß der Himmel, ob ich einmal irgendwo ansässig sein werde. Immer bläst mich irgend ein windiger Gesell aus meiner Stube in eine andere hinein.“

Auch im Jahr darauf schaffte Mahler es, in drei Monaten fünfmal umzuziehen, wie er in einem Brief zugab. Bemerkenswert, dass der von Spinett spielenden Jungfrauen Geplagte seinen Vermieter und die Nachbarn zur Raserei brachte, indem er selbst donnernde Exerzitien an seinem Klavier vollführte, das stets mit ihm umzog. Nur gut, ist man geneigt zu denken, dass Mahler und Beethoven nie zur gleichen Zeit im selben Hause wohnen konnten... Der Anfang-Zwanzigjährige hatte es in Wien mit der Wohnungswechselei schließlich so weit getrieben, dass selbst die durchaus verständnisvolle Mutter sich genötigt sah, ihrem Sohn – ausgerechnet kurz vor Weihnachten – die Leviten zu lesen: „Wozu die ewigen Herumziehereien? Ich glaube nicht, dass es außer Dir noch einen Menschen geben könnte, der jede 14 Tage seine Wohnung wechselt, am Ende wirst Du Deine Wohnung zugleich mit der Wäsche wechseln? Und schließlich wirst Du gar nichts von Deiner Wäsche und Kleider haben? Denn so wie ich Dich kenne, wirst Du in jeder Wohnung etwas vergessen – und so lange herumziehen, bis Du gar nichts mehr hast...“ [...]

Nahezu alles Erdenkliche wurde unternommen, damit die genialen Gedanken des hochgradig Lärmempfindlichen überleben konnten. Singende Vögel konnte man zumeist mit Vogelscheuchen beeindrucken, weidende Kühe hatten sich ihrer Glocken zu entledigen – die „Wolken in den Höhen“ jedoch ließen sich ihr Rauschen nur unschwer verbieten; denn auch dieses „Geräusch“ konnte angeblich Mahlers Konzentration stören. Von einem „unermüdlich in eigentümlicher Modulation“ krähenden Hahn, der Mahler „schier zur Verzweiflung gebracht“ haben soll, wird noch die Rede sein. Eigens errichtete Komponierhäuschen sollten ein Mindestmaß an Ruhe sichern. Im „Schnützelputz-Häusel“ in Steinbach am Attersee war es laut Natalie Bauer-Lechner „bei Todesstrafe verboten, ihn aufzusuchen oder zu stören“.

Eine Beschreibung verdanken wir Bruno Walter: „Auf der Wiese zwischen dem See und dem Gasthaus ... hatte er vier Wände mit Dach errichten lassen, die ein Zimmer umschlossen. In diesem von Efeu dicht bewachsenen ‚Komponierhäuschen‘, dessen Mobiliar Klavier, Tisch, Sessel und Sofa bildeten, dessen Tür beim Öffnen unzählige Käfer aus dem Efeu auf den Eintretenden herabschüttelte, verbrachte er seine Vormittage, um dort ungestört durch die Geräusche des Hauses und der vorbeiführenden Straße zu arbeiten.“ „Aber ihr müsstet auch die Lage sehen“, berichtet Bauer-Lechner in einem Brief, „ja nur den Weg zu seinem Häuschen! Von allen Wundern und allem Grauen des Waldes ist er da umfangen, wie nur einer, der Stunde um Stunde drin lebt. Das Gefühl, wenn er hier seine beiden Gittertore hinter sich zuschließt, könne ihm niemand nachfühlen. Hier übertrifft es an Ruhe und Sicherheit und dionysischen Wundern und Entzückungen bei weitem selbst das von ihm so geliebte Steinbacher Wiesen-Häuschen. Hier arbeitet er bei weit offenen Fenstern und atmet fortwährend die köstlichen Waldeslüfte und -düfte ein.“ Denn so gut erging es dem Komponisten selten.

Mahler habe stets „in einem wahren Kampf auf Leben und Tod“ mit der Außenwelt gestanden, wusste Freundin Natalie zu berichten, die den Komponisten 1896 in seinem Sommerdomizil besuchte und dort nicht nur Zeugin, sondern auch Mittäterin unglaublicher Vorkommnisse wurde: „Was sich rührte und den mindesten Laut von sich gab, ward weit und breit aus dem Umkreis des Häuschens verjagt. Um die zahlreichen Dorfkinder für ihn unschädlich zu machen, hatten wir ein ganzes System ausgesonnen, sie fern und still zu halten. Es war ihnen nicht nur verboten, einen Fuß auf Mahlers Wiese zu setzen oder am bzw. im See zu spielen und zu baden, sondern auch auf der Straße und in den Häusern durften sie sich nicht mucksen, was wir durch Bitten und Versprechungen, Naschwerk und Spielzeug erreichten. Kam ein Leiermann oder wandernde Musikanten, so stürzte man gleich mit einem ‚Abfindungszehnerl‘ auf sie los, dass sie mitten im Ton verstummten.“

Unglücklicherweise lassen sich Tiere nicht so leicht abfangen, abfinden oder bestechen – was den Lebewesen im Umkreise des „Schnützelputz-Häusels“ zum Verhängnis werden sollte. Sie wurden zum Wohle der Kunst geopfert. Dies ist umso mehr tragisch zu nennen, da Gustav Mahler – wie wir noch sehen werden – eigentlich ihr großer Freund und Beschützer war. Doch wenn es um seine Ruhe ging, kannte er kein Pardon, was Natalie-Bauer Lechner im Folgenden eindringlich schildert: „... jedes Getier: Hunde, Katzen, Hühner und Gänse konnten ihres Lebens in unserer Nähe nicht froh werden; sie wurden vertrieben und eingesperrt oder, wollten sie gar keine Ruhe geben, gekauft und verzehrt, um ihre Stimmen aus der Welt zu schaffen. Ein förmlicher Krieg wurde mit den Raben geführt, die Mahlers Halbinsel umlagerten und umkreisten. Wir ließen (für einen Gulden Belohnung) ihre Nester abnehmen und forttragen. Ein erschossener Rabe aber hing zur Warnung und Abwehr für die krächzende Schar neben dem ‚Schnützelputz-Häusel‘.

Zu solchen Gewaltmaßregeln sah sich Mahler um seiner Ruhe willen getrieben, er, der keine Fliege und keinen Käfer unnötigerweise ums Leben bringen sehen kann und der ein Feind der Jagd als eines gräulichen Barbarismus ist. Auf die andere Seite des Häuschens aber ward ein grässlicher Popanz hingestellt, bestehend aus einem Heubündel mit quer durchgezogenem Besenstiel als Leib und Arme und einem Kürbishaupt, mit einem Schwimmkleid Justis, einem Rock Emmas und einem Riesenhut von mir angetan, zum Schreck für Mensch und Tier.“

Da sich jedoch nicht jeder Zeitgenosse von diesem Wesen abschrecken ließ, wurde Natalie Bauer-Lechner des Öfteren „so schnell als möglich“ zu Mahler zitiert, „weil sich pfeifende Schnitter auf irgendeiner angrenzenden Wiese oder sing- und streitlustige Bauern im Gasthausgarten für ihn vernehmlich und störend eingestellt hatten“. Dann war es Natalies ganzer „Schlauheit und Überredungskunst anheimgegeben“, die Ruhestörer „durch Bier, Trinkgeld oder weiß Gott was sonst zum Schweigen zu bringen. Wollte es gar nicht gelingen, so sagte ich ihnen, der Herr sei nicht richtig im Kopf.“

Dass sich diese Empfindsamkeit Gustav Mahlers auch später nicht legte, erfahren wir von Alma. Sie berichtet, dass man sich in der Familie das Flüstern angewöhnte, die Kinder auf Zehenspitzen gehen und auf lautes Lachen verzichten mussten. Die Köchin hatte leise zu kochen. Es nutzte nur wenig, wenn Mahler sich in die eigens errichteten Komponierhäuschen zurückzog, die in beträchtlicher Entfernung zum Wohnhaus lagen. Seine Frau schrieb in ihren Erinnerungen, dass er sich trotz der großen Distanz von ihrem (absichtlich leisen) Klavierspiel gestört fühlen konnte. In ihren Bemühungen, Gustav vor störendem Lärm zu bewahren, tat Alma ihrem Mann nicht immer einen Gefallen. Denn Geräusche waren nicht per se negativ – vor allem dann nicht, wenn sie schöne Erinnerungen weckten; wie im Hotel Majestic in New York, wo man auf Almas Kosten einen Leierkastenmann wegschickte, dessen Klänge von der Straße bis zum elften Stockwerk hinaufschallten, wo Mahler arbeitete. Statt jedoch dankbar zu sein, riss dieser die Tür auf und rief: „Denke dir, da hat eine so liebe Drehorgel gespielt, es hat mich in meine Kindheit versetzt, und plötzlich hört sie auf. Zu schade!“ Vorkommnisse wie diese schienen die Ausnahme gewesen zu sein, und die Lärmempfindlichkeit des Komponisten blieb zu seinem Leidwesen auch übelmeinenden Zeitgenossen nicht verborgen.

Unter der vielsagenden Überschrift „Barbarei der Umwelt“ berichtet Natalie Bauer-Lechner über den Sommer 1900, den Mahler in der Villa Antonia in Mayernigg zubrachte: „In seinem Häuschen, über das er nicht ganz glücklich ist, fehlt es doch manchen Tag an Störungen nicht. Die Vögel bedrängen ihn, trotz Vogelscheuchen und blindem Schießen, mit ihrem Gesang; man hört das Bellen der Theuerschen Hunde, der Klang eines Werkels (Drehorgel) oder Militärmusik von anderen Ufer tönt zuweilen herauf. Vom Ort haben ihm die Gasthausgäste eine Kapelle böhmischer Musikanten vors Haus gesandt und eigens bezahlt, dass sie dort eine Stunde spielen sollen. Solchen Überfällen und Rohheiten ist er um so mehr ausgesetzt, als die Leute wissen, welche Veranstaltungen er hier zu seiner Ruhe getroffen hat, die sie höchst absonderlich, ja wahnsinnig bedünken und ihnen zur Zielscheibe ihres Witzes taugen.

Mahler sagte: ‚Wir sind noch an allen Ecken und Enden von einem solchen Barbarismus umgeben, dass man gar nicht dagegen aufkommen kann. Was es heißt, die persönliche Freiheit eines Menschen zu achten, davon haben die meisten keine Ahnung. Alles dient ihnen nur zur Befriedigung ihrer nächsten, kindischen Lust, wie sie die Blumen ausraufen, Tiere sinnlos töten und sammeln und dergleichen mehr.‘“ Und dann soll Mahler einen Satz gesagt haben, der – angesichts Beethovens Schicksals – geradezu unglaublich ist und die Vermutung nahe legt, dass er in diesem Moment unmöglich daran gedacht haben kann: „Ich komme immer mehr dazu, nur die Tauben und Blinden für glücklich zu halten, denen diese elende Welt verschlossen ist, und ich könnte einen Musiker begreifen, der sich des Gehörs beraubt, wie sich Demokrit geblendet haben soll.“ Diese Aussage zeigt nur zu gut, welche Leiden Mahler bereits hinter sich hatte. Sie sollten kein Ende nehmen...

Denn auch Alma weiß von vorsätzlicher Ohrenquälerei ihres Mannes zu berichten: Ein im Zimmer neben Mahler logierender Offizier, der dem Komponisten ganz offensichtlich wenig gewogen war, soll seinem Burschen befohlen haben, ausgerechnet zu seinen Arbeitsstunden „das Grammophon losplärren zu lassen“. Das böse Spiel wurde durchschaut, der Handlanger des Bösen bestochen. Nur „wenn sein Herr in Sicht war“, führte er fortan dessen perfiden Plan aus. Die fröhlichen Zeitgenossen, die sich eines schönen Sonntags in Maiernigg ihres Lebens freuten, hatten es im Gegensatz zu jenem Offizier sicher nicht auf Mahler abgesehen; seinen Zorn zogen sie sich allemal zu und den „innerlichen Knüppel aus dem Sack“ gab es leider immer noch nicht. An seine in Wien weilende Frau schrieb er daher wenig verständnisvoll und vornehm: „Heute am Sonntag wissen sich diese Ungeziefer da draußen am See und auf den Straßen nicht genug Radau! Kaum dass in so einem Drecksgehirn so eine Blase Wohlgefühl aufsteigt, pums, muss es gleich einen Patzer geben, als ein Freudenböller für die Welt. Juh! Juch! etz. etz. – Alle müssen wir wissen, dass der Hans Affe und Peter Viech zufrieden mit sich sind.“

An der Stadt Moskau, in der Mahler im März 1897 ankam, fand der Geplagte aus gutem Grund sofort Gefallen und schrieb erfreut: „Erster Eindruck: Kein Wagengerassel – lauter Schlitten.“ Prag jedoch fand Mahler „unausstehlich“, „gräulich lärmend“ und auch in der Tiroler Ortschaft Schluderbach erging es ihm nicht besser: „Heute, am Fronleichnam lärmen die Bauern, die Soldaten (aus der Festung in Landro), dass es nur so wackelt. Aber zwei Schritte vom Wirtshaus weg und aller Graus hat ein End.“ Auch wenn das Bauernhaus in Toblach, das die Mahlers 1909 gemietet hatten und das Gustav zunächst alleine bezog, „zu wonnig“ war, störte doch der Lärm. „Ohne Unterlass“ war der Komponist darüber „geniert“: „Entweder flüstern die Bauern, dass die Fenster klirren oder sie gehen auf den Fußspitzen, dass das Haus wackelt. Die beiden munteren Stammhalter zwitschern den ganzen Tag: Bibi! Bibi! ... Der Hund lässt mich auch wieder fühlen, dass ich ein Mensch unter Menschen bin und bellt täglich vor Anbruch der Dämmerung bis in die süßen Träume der Bauernjageln hinein. Ich komme alle Viertelstunden auf und gedenke der sanft Schnarchenden. – Hol es der Teufel: Wie schön wäre die Welt, wenn man zwei Joch umzäunt hätte und mittendrin allein wäre.“ Drei Tage später machte sich bereits Verzweiflung breit, und Mahler gingen fast die Superlative aus: Jetzt finge aber „das Stilleben da unten“ an, ihm „unausstehlich“ zu werden. Der „Kindermord von Bethlehem“ sei rein gar nichts und die „Kentaurenschlacht ein Kinderspiel“ gegen das, was er vorhätte, wenn er „die reizvollen Naturleute der muntern Berg- und Hausbewohner“ höre. Einen „großen Umzug“ plante Maler und klagte schließlich: „O! O! O! Wenn es mir nur einmal im Leben vergönnt wäre ungestört zu sein. Die Menschen machen einen Lärm!“ [...]

 

Richard Wagner

 

Richard Wagner stand Beethoven und Mahler in punkto Empfindlichkeit in nichts nach, womöglich übertraf er sie sogar. Hätte der grundsätzlich kinderliebe Mann sonst Scherben vor seinem Haus ausstreuen lassen, um spielende (und somit lärmende) Knirpse zu verscheuchen? Doch er brauchte dringend „Ruhe“ und „Stille“ – zwei Wörter, denen man ständig und anscheinend unweigerlich begegnet, wenn man sich mit Richard Wagner befasst. Dass ein Künstler wie er prinzipiell mehr davon braucht als andere, liegt auf der Hand. Er litt jedoch so sehr unter Lärm, dass sein Wohlbefinden grundlegend beeinträchtigt werden konnte und der Komponist ihn als „eine der Hauptplagen“ seines Lebens bezeichnete – die ihn allzu oft heimsuchte. So in dem Dorf Meudon bei Paris, wo im Frühjahr 1841 der „Fliegende Holländer“ komponiert wurde und die nachhaltig in Erinnerung bleibende Bekanntschaft des skurrilen Hausbesitzers gemacht werden durfte.

Wagner war tolerant: Dass der Herr Jadin, „das wunderlichste Original“, je nach Laune eine seiner zahlreichen, verschiedenfarbigen Perücken trug, störte ihn wenig, auch an „den kindischsten Karikaturen aus der Tierwelt“, die sämtliche Wände zierten, nahm er keinen Anstoß. Bestärkte ihn dies doch in der Annahme, „dass er keine Musik triebe“, bis er „zu seinem Schreck dahinterkam“, dass „wunderbar verstimmte Harfenklänge, welche aus einer unerklärlichen Region zu ihm drangen, aus seiner Souterrain-Wohnung herkamen, wo er zwei Harfen-Klaviere seiner Erfindung stehen hatte, welche zu spielen, wie er mitteilte, er leider lange vernachlässigt habe, wogegen er nun fleißig sich wieder darauf einüben wolle, um seinem Gast Freude zu machen.“ Eine Freude, auf die Richard Wagner nur zu gern verzichten wollte. Und tatsächlich schaffte er es, sich die Harfenklänge vom Leib zu halten, indem er behauptete, der Arzt habe ihm „die Harfe als nervenschädlich verboten“.

Doch so glimpflich kam er nicht immer davon und einige Mitmenschen fielen selbst aufgrund deutlich geringerer Lärmbelästigung in Wagners Ungnade. So der Theaterregisseur Wilhelm Schmale, der während des Redens unaufhörlich Kirschen aß und die Kerne „mit ungemeinem Geräusch“ ausspuckte. Auch ein Untermieter, ein deutscher Geschäftsmann namens Brix, wird in „Mein Leben“ verewigt, weil er „in seinen Mußestunden eifrig Flöte blies“, während der Komponist an seinem „Rienzi“ arbeitete. Diese Fähigkeit seines Landsmannes nutzte Wagner allerdings kaltschnäuzig aus, um sich eines noch größeren Quälgeistes zu entledigen: „Während ich alles geduldig ertrug, brachte mich nur ein Klavierspieler, welcher unmittelbar neben meinem Zimmer wohnte und fast den ganzen Tag Liszts Fantasie über ‚Lucia di Lammermoor’ übte, zu wahren Verzweiflung. Um ihm auf meine Weise einen Begriff von den Qualen zu geben, die ich durch ihn litt, räumte ich eines Tages mein furchtbar verstimmtes Piano aus dem Salon in das Schlafzimmer, stellte es unmittelbar an die nachbarliche Wand, forderte Brix auf, deine Pikkolo-Flöte herbeizuholen und mir auf derselben die Ouvertüre zur ‚Favorite‘, welche ich soeben für Klavier und Violine (oder Flöte) arrangiert hatte, zu begleiten. Die Wirkung hiervon scheint meinen Nachbarn, einen jüngeren Klavierlehrer, wahrhaft erschreckt zu haben; mir sagte die Concierge andren Tages, dass er soeben in eine andre Wohnung ziehe – was mich wiederum einigermaßen beschämte.“

In Genua, wo sich der 40-Jährige im September 1853 im Rahmen seiner ersten Italienreise aufhielt, gesellte sich erschwerend der bereits angesprochene Hang zur Seekrankheit dazu: Wagner wollte „dem ungeheueren Geräusche des Hafens“, an welchem er wohnte, „entfliehen, um die äußerste Stille aufzusuchen“ und glaubte sich durch einen Ausflug nach Spezia „retten zu müssen“. Doch die nur eine Nacht dauernde Fahrt auf einem Dampfschiff wurde für ihn „durch heftigen konträren Wind sogleich wieder zu einem peinlichen Abenteuer gestaltet“. Denn der Durchfall, an dem er ohnehin schon litt, „vermehrte sich durch Seekrankheit“.

Im „allererschöpftesten Zustande“, kaum sich „fortzuschleppen fähig“, suchte Wagner in Spezia den besten Gasthof auf – um zu seinem nicht geringen Schrecken festzustellen, dass dieser „in einer engen geräuschvollen Gasse lag“. „Zu entscheidender Bedrängnis“ stellte sich der Lärm ausgerechnet ein, als der Komponist im August 1856 in Zürich weilte und mit dem „Siegfried“ beginnen wollte. Man kommt nicht umhin, Mitleid mit Wagner zu empfinden, wenn man die folgende Episode liest: „Unserem Hause gegenüber hatte sich neuerdings ein Blechschmied einquartiert und betäubte meine Ohren fast den ganzen Tag über mit seinem weitschallenden Gehämmer. In meinem tiefen Kummer darüber, nie es zu einer unabhängigen, gegen jedes Geräusch geschützten Wohnung bringen zu können, wollte ich mich schon entschließen, alles Komponieren bis dahin aufzugeben, wo mir endlich dieser unerlässliche Wunsch erfüllt sein werde.“

Ironie des Schicksals, dass aus Wagners Leiden sogleich Inspiration erwuchs, denn weiter heißt es: „Gerade mein Zorn über den Blechschmied gab mir jedoch in einem aufgeregten Augenblicke das Motiv zu Siegfrieds Wutausbruch gegen den „Stümperschmied“ Mime ein: ich spielte sogleich meiner Schwester das kindisch zankende Polter-Thema in G-moll vor und sang wütend die Worte dazu, worüber wir alle denn so lachen mussten, dass ich beschloss, für diesmal noch fortzufahren.“ [...]

Ein Ende der Leiden versprach Otto Wesendonck, der ihm für einen Spottpreis ein zweistöckiges Fachwerkhaus neben der eigenen Villa anbot. Minna schrieb an Mathilde Schiffner: „Wie sehnlichst wir schon jahrelang gewünscht, der Ruhe wegen, die Richard als Komponist ebenso nötig wie der Maler das Licht bedarf, ein Häuschen allein zu bewohnen.“ Kein Jahr später hatten die Wagners dieses „Asyl“ auf dem „Grünen Hügel“ bezogen, das der Komponist für den Rest seines Lebens nicht mehr verlassen wollte. „Fafners Ruhe“ – dieser Name war Wagner für sein Domizil eingefallen. Am Karfreitag erwachte er zum ersten Male in diesem Hause bei vollem Sonnenschein und war glücklich: „Das Gärtchen war ergrünt, die Vögel sangen, und endlich konnte ich mich auf die Zinne des Häuschens setzen, um der langersehnten verheißungsvollen Stille mich zu erfreuen.“

Dass dieses Asyl kein dauerhaftes werden konnte, hing mit seiner verhängnisvollen, unerfüllbaren Liebe zu der Frau seines Gönners, Mathilde Wesendonck, zusammen. Und daher war er weiterhin auf der Flucht – auch vor dem Lärm seiner Zeit. Etliche Quellen zeugen davon. So notierte Cosima am 18. Juli 1880 in ihrem Tagebuch: „R. behauptet, er wisse den Unterschied nicht, ob unser Diener Georg beim Aufräumen einige Möbel ‚zerschmeiße‘ oder ein Feuerwerk vor sich ging, ‚jetzt glaubt’ ich, es sei ein Stuhl, es ist wohl eine Rakete´“. Und am 31. August 1878 heißt es: „Abschied vom Vater, leider durch die Pein auf dem Bahnhof für R. sehr gestört; der verspätete Zug, das Geräusch, alles peinigt ihn sehr.“ Wagner hegte generell eine Aversion gegen den durch Züge verursachten Lärm, wodurch ihm der Aufenthalt auf Bahnhöfen grundsätzlich verleidet war („R. auf dem großen Münchner Bahnhof, wie beinahe immer da, sehr ärgerlich“, notierte Cosima).

Auch den Schlaf raubte ihm das damals zu den neuesten Errungenschaften der Technik zählende Fortbewegungsmittel: „Nicht sehr gute Nacht, da wir das Pfeifen der Eisenbahn hören“, musste Cosima dem Papier anvertrauen. Auch Wagner musste häufig die Wohnstätten wechseln beziehungsweise sehr lange suchen.

Seine erste Frau Minna war wenig begeistert, als ihr Richard in Dresden 21(!) Logis in Augenschein nahm, bevor er sich für eine in der Waisenhausgasse entschied. In den nächsten Jahren sollte sie etliche Male umziehen und „sich in puncto Wohnungswechsel zu einer Expertin auf diesem logistischen Sektor entwickeln“, wie Eva Rieger in ihrem Buch „Minna und Richard Wagner. Stationen einer Liebe“ anmerkt. Als man allerdings in vier Monaten achtmal die Bleibe gewechselt hatte, versicherte sie ihrem Gatten, dass sie sich lieber von ihm trennen würde, als noch einmal umzuziehen; um dann trotzdem in Zürich eine neue Behausung zu suchen, während Richard in Paris weilte: „Ich mietete, bezog sie, richtete sie so hübsch wie möglich mit unseren Habseligkeiten ein und erwartete Wagner von Tag zu Tag von seiner Reise zurück.“

Finanzielle Erwägungen spielten eine untergeordnete Rolle, wenn es darum ging, eine friedvolle Sphäre nach eigenen Vorstellungen zu schaffen. Im Frühjahr 1853 standen wichtige Konzertvorbereitungen in Zürich an, und Wagner beschloss, von der Parterrewohnung Zeltweg 11 in eine hellere und geräumigere Wohnung zu ziehen: nach nebenan, in den Zeltweg 13. Um diesen Umzug zu finanzieren, nahm der Komponist einen Vorschuss auf Honorare, die weder eingetroffen noch zugesagt waren. Verschiedenste Handwerker wurden beauftragt, Material zu liefern, um alles wunschgemäß einzurichten. So entstand eine Bleibe, von der Franz Liszt bewundernd als der „kleinen Elégance“ sprach. Ein neues Möbelensemble aus Plüsch zierte das Flügelzimmer, Stoffportieren ersetzten ausgehängte Türen (die knallen oder knarren konnten). Die Kosten waren erheblich und der Bauherr geriet in schwere Geldnöte – wovon seine Frau nichts erfahren sollte...

Verglichen mit dem einsamen Beethoven hätte sich Wagner lange Zeit glücklich schätzen müssen. Nach der Trennung von Minna musste er nämlich endlich selbst die Erfahrung machen, welche Belastung ein Umzug darstellt und schrieb in einem Brief an Eliza Wille: „Die Nötigung, mit Dingen, für die ich wirklich nicht gemacht, mich noch immer einzig selbst zu befassen, lähmt meine Lebensgeister: ich hab’ jetzt wieder umzusiedeln, ein Hauswesen einzurichten gehabt, um Messer, Gabel, Schüsseln und Töpfe, Bettwäsche usw. mich zu bekümmern gehabt. Ich Verherrlicher der Frauen! Wie überlassen sie mir so freundlich dafür ihre Besorgungen.“

Ruhe war ein Hauptkriterium bei der Suche nach einer Unterkunft. Wagner selbst betonte, dass ihm „immer daran gelegen“ war, „einsam und namentlich von jeder Möglichkeit eines unmusikalischen Geräusches fern zu wohnen“. Vor allem eine für einen längeren Zeitraum bestimmte Bleibe wollte gut ausgewählt sein: Im Februar 1850 war es in Paris seine „erste Sorge“, sich „eine geräuschlos gelegene Wohnung zu verschaffen“, was fortan eine „der wichtigsten Erfordernisse“ für jede seiner Niederlassungen wurde. Doch so leicht war das nicht: Der Kutscher, der Wagner „von Straße zu Straße durch abgelegene Quartiere“ fahren musste, um sich schließlich vorwerfen zu lassen, dass es dort „immer noch zu lebhaft sei, um still zu wohnen“, war mit seinem Latein am Ende und sagte zu seinem sonderbaren Fahrgast: Dazu komme man nicht nach Paris, um in einem Kloster zu wohnen.

Trotz dieser Standpauke hatten sich dessen Ansprüche auch fast zehn Jahre später nicht geändert: Sein „Hauptziel ging darauf, in einem abgelegenen einzelnen Häuschen“ das langersehnte stille Asyl aufzufinden. Es gelang, ein „hübsches pavillonartiges Häuschen mit kleinem Gärtchen“ wurde entdeckt, und Wagner fand darin „vollkommene Stille und gänzliche Entfernung von Straßengeräusch“.

Weniger glücklich war man in einem in Biebrich am Rhein gelegenen Sommerhaus und trug sich ernsthaft mit dem Gedanken, in ein einsames Schlösschen zu flüchten, das im Park des Herzogs von Nassau stand: „Es regte sich in mir der kühne Wunsch, dieses kleine, halb verwitterte Gebäude mir auf Lebenszeit zugeteilt wissen zu können; denn schon jetzt entstand in mir die bange Sorge, ob ich in meiner bisherigen Wohnung ausdauern können würde, da der größere Teil desselben Stockwerks, in welchem ich nur zwei kleine Zimmer einnahm, für den bevorstehenden Sommer an eine ‚Familie‘ gemietet war, von welcher ich erfuhr, dass sie mit einem Klavier bewaffnet einziehen würde.“ Da „jenes Schlösschen seiner feuchten Lage wegen durchaus ungesund“ sein würde, musste der Lärmgeplagte leider Abstand von seinem Vorhaben nehmen; um bald darauf, nachdem er sich mit zwei Bekannten auf die Suche nach einem lärmfreien Domizil gemacht hatte, einen noch irrwitzigeren Gedanken zu verfolgen: Ein Raum im vierten Stock des alten Turmes zu Bingen, durch dessen einziges Erkerfenster man auf den Rhein blicken konnte, hatte es ihm angetan. „Das Ideal aller meiner Vorstellungen“, schwärmte Wagner, „für alle Zeiten ein herrliches Asyl“. Doch es wurde nichts daraus, vor allem weil kein Brunnen zur Verfügung stand und „schlechtes Wasser nur aus einer in furchtbarer Tiefe gelegenen Zisterne des Burgverlieses“ gewonnen werden konnte.

Absolut auf Nummer sicher war Wagner im Frühjahr 1859 gegangen, als er den dritten Akt von „Tristan und Isolde“ in Luzern vollenden wollte: Er bezog eine Etage im Hotel zum Schwezerhof, das zu diesem Zeitpunkt einen unschlagbaren Vorteil bot: Es stand bis zum Beginn der Sommersaison völlig leer. Und so fand der Komponist zu seinem Entzücken „ein geräumiges und von Geräusch ungestörtes Unterkommen“; was ihm selbst auf seiner letzten Reise nach Venedig nicht vergönnt war. Nach Ankunft in Verona am 16. September 1882 bemerkte Cosima in ihrem Tagebuch: „Großes Geräusch in der Nacht, und in der Frühe Markt-Lärm, R. ruft aus: ‚Les doux accents de l’Italie.‘“ Dass es Richard Wagner dennoch in seinem Leben immer wieder nach Venedig zog – der Ort, an dem er sterben sollte –, liegt sicher nicht nur in seinem morbiden Reiz begründet. Es war zur damaligen Zeit die geräuschärmste Stadt der Welt. Leider ist keine Äußerung wie jene Mahlers über Moskau überliefert, die hätte lauten können: „Erster Eindruck: Kein Wagengerassel – lauter Gondeln.“

Musikerbiograf Hans-Georg Klemm

Hans-Georg Klemm
Foto: Hans-Georg Klemm

Hans-Georg Klemm, geb. 1965, ist Pädagoge und Sachbuchautor. Seine Beethoven-Biografie „Echte Kunst ist eigensinnig!“ erschien im vergangenen Sommer im Primus Verlag. Im September 2012 erscheint "Beethoven, Mahler, Wagner: Genial und hochsensibel"

Ich bin Unterstützer: Das Konzert der Stille ist und bleibt in meiner Wahrnehmung ein Geschenk an die Welt. Für die hochwertigen Gastbeiträge und für die oftmals umfangreichen Programmier-Leistungen bemühe ich mich stets um einen Wertausgleich. Wer mir dabei helfen möchte, den bitte ich um seine frEURO auf das Konto Harriet Oerkwitz/ Konzert der Stille, bei der DKB 120 300 00, Kontonummer 1012644777, Betreff: „Ich bin Unterstützer“. Da das Konzert der Stille nicht als gemeinnützige Organisation bewertet wird und somit nicht die Voraussetzung der § 68 ff der Abgabenordnung erfüllt, stelle ich keine Spendenbescheinigungen aus.
SCHLÜSSELWÖRTER 
HANS-GEORG KLEMM, BEETHOVEN, WAGNER, MAHLER, HOCHSENSIBEL
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