HOME
VON HARRIET OERKWITZ
12. SEPTEMBER 2011

In Resonanz bleiben, wenn man geteilter Meinung ist

Resümee über den 5. Klang-Kongress: Jeder Dritte war ein Frischling

Peter Hess
Foto: Peter Hess

Rund 500 Teilnehmer aus zwölf Ländern besuchten am Wochenende den 5. Klang-Kongress in Dortmund. Das Peter Hess Institut lud unter dem Titel: „Das Gesunde fördern – professionell mit Klang arbeiten“ ein. In Workshops vermittelten langjährig tätige Klangmassagepraktiker aus verschiedenen Berufsfeldern ihre Erfahrungen – Klangmassage bei Demenzkranken, bei der Sterbehilfe, in Körper- und Musiktherapie u.v.m.

Namhafter Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, wie zum Beispiel Psychiater und Psychologe Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Ärztin an der Berliner Universitätsklinik Charité Dr. med. Kerstin Gommel, Kardiologe Dr. med. Jens Gramann, ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Rolf Verres, untersuchten Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen der Klangschalen in ihren unterschiedlichen Forschungsfeldern und referierten über die Bedeutung von Klängen in zwischenmenschlicher Kommunikation.

„Dabei war uns wichtig, dass die Teilnehmer des Kongresses fachliche Informationen für ihren praktischen Alltag erhalten und daraus Wertschätzung und Anerkennung für ihre Arbeit mit Klangschalen erfahren“, resümiert Lutz Döring-Linke, Organisator des Kongresses. Diese Brücken zu den eigenen Erlebnissen und Beobachtungen helfen, den Vorgesetzten, wie zum Beispiel Klinikleitern, und anderen Entscheidern im Gesundheitssystem die Wirkung und Bedeutung von (Natur- oder Ur-) Klängen zu vermitteln. Was kann ich tun, um in meiner Arbeit akzeptiert zu werden? Was leuchtet meinem Chef ein? Wie kann ich ihn überzeugen?

„Es geht auch um die Haltung der Achtsamkeit bei Menschen, die die Klangschalen anschlägeln“, weiß Döring-Linke aus den zahlreichen Supervisionen mit Klangmassagepraktikern. „Wir lernen gemeinsam, liebevoll und angemessen mit uns umzugehen und bekommen fundierte Forschungsstudien, um diese Erfahrungen auf sicheren Grund zu stellen.“

Dr. Christina Koller, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Peter Hess Institutes, ist der Dialog nach dem Kongress sehr wichtig. „Ich wünsche mir, dass die Kongresstage ermutigt haben, lebendigen Austausch mit sich, mit anderen Praktikern und mit Klinikern und Skeptikern zu leben. In Resonanz bleiben, auch wenn man gegenteiliger Meinung ist, sind Herausforderungen und Wünsche auch für meine eigene Arbeit.“

35 Helfer haben Lutz Döring-Linke und Dr. Christina Koller bei den Vorbereitungen des Klang-Kongresses in den vergangen zwei Jahren und am Wochenende geholfen. Darunter waren auch Mathilde Tepper, Silvie Schöer und Martina Spanier, die im 30-minutigen Takt insgesamt 44 Klangmassagen anboten. Jeder Dritte war ein „Frischling“ und konzentrierte sich auf die neuen Körpererfahrungen mit den vibrierenden, entspannenden Tönen.

Die künstlerische Leitung, das Einstimmen und Einklingen in die Kongresstage, hatte der österreichische Percussionist und freischaffende Musiker Peter Gabis inne. Dechen Shak-Dagsay und Prof. Dr. Klaus Feßmann bereicherten das Rahmenprogramm. Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Rolf Verres brachte ein Schlaflied für George W. Bush mit: Im Zusammenhang mit dem zehnten Jahrestag der Anschläge in New York schuf Verres auf diese Weise einen – musikalischen - Raum, um Gesten des Wohlwollens und der Dialogbereitschaft, die oftmals Grundvoraussetzungen für Menschen in Heilfachberufen sind, zu fordern und zu würdigen.

„Von den Beiträgen war ich sehr oft berührt“, vertraut Peter Hess dem Konzert der Stille an. Im Klang-Kongress war auch eine Feier zum 70. Geburtstag des „Erfinders“ der Klangmassage gebettet. Trotz der Vielfalt und Informationsdichte in den zahlreichen Workshops und Vorträgen gab es auch Momente der Ruhe und Stille für Hess. „Das schafft Raum für Neues und Entwicklung. Ich glaube bei uns allen ist viel in Bewegung gekommen.“

In den kommenden Tagen veröffentlicht das Auditorium Netzwerk eine DVD mit allen Vorträgen, Workshops und Konzertbeiträgen. Das Konzert der Stille wird an dieser Stelle sukzessive Beobachtungen und Erlebnisse auf dem Klang-Kongress aufarbeiten.

Dazu sind Sie herzlich eingeladen: Kommentieren Sie, tauschen Sie sich aus und vernetzen Sie sich. Das Konzert der Stille gibt Ihnen dafür einen geschützten, interessierten Raum. 

Was nehmen die Kongress-Teilnehmer mit nach Hause?

Grußwort von Peter Hess
Ich bin Unterstützer: Das Konzert der Stille ist und bleibt in meiner Wahrnehmung ein Geschenk an die Welt. Für die hochwertigen Gastbeiträge und für die oftmals umfangreichen Programmier-Leistungen bemühe ich mich stets um einen Wertausgleich. Wer mir dabei helfen möchte, den bitte ich um seine frEURO auf das Konto Harriet Oerkwitz/ Konzert der Stille, bei der DKB 120 300 00, Kontonummer 1012644777, Betreff: „Ich bin Unterstützer“. Da das Konzert der Stille nicht als gemeinnützige Organisation bewertet wird und somit nicht die Voraussetzung der § 68 ff der Abgabenordnung erfüllt, stelle ich keine Spendenbescheinigungen aus.
SCHLÜSSELWÖRTER 
KLANG KONGRESS, PETER HESS, KLANGMASSAGE, RESONANZ, AUSTAUSCH
ARTIKEL TEILEN UND EMPFEHLEN

ARTIKEL EMPFEHLUNGEN

0 KOMMENTAR(E)

KOMMENTIEREN

* Pflichtangaben
Benachrichtigen Sie mich über jeden weiteren Kommentar.