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VON HARRIET OERKWITZ
04. MAI 2012

Klänge wirken immer, weil sie nicht über den Verstand gesteuert werden.

Ein Interview mit Claudia Olivia Gillmann von „seelenton“

Olivia Gillmann
Foto: Olivia Gillmann

Liebe Olivia, Du arbeitest mit Klängen, mit Farben, mit Formen: Was verbindet all diese verschiedenen Medien miteinander? Worin liegt ihr Fokus?

 

Unser emotionaler Körper, der uns umgibt, besteht aus Schwingungen. Dazu gehören Düfte, Farben und Klänge. Diese Schwingungen gilt es zu erlauschen und zu erspüren. Sie machen es möglich, unerledigte Dinge in uns aufzulösen. Wir kommen über diese Medien in Kontakt mit verschütteten Bildern oder Erinnerungen. Sie bringen uns zurück zu lang nicht mehr angeschauten Lebensthemen. Darin liegt der besondere Schatz.

 

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Was fasziniert Dich an der Arbeit mit Klängen?

 

Ich war vorher in einem Beruf, in dem ich sehr viel gesprochen habe. Meine Arbeit mit Klängen ist so wertvoll, weil ich dadurch andere Wahrnehmungsebenen und Kommunikationsweisen erfahre. Es ist - in die Stille lauschen.

Die Dimensionen, die das Lauschen – als eine andere Art des Hörens, vom Herzen her, aus dem Innern heraus – mit sich bringen, sind so immens, dass sie mich oft sprachlos machen. Es hat etwas von kindlicher Freude, von Staunen.

 

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Du hast einen sehr ungewöhnlichen Weg hin zu den Klängen gemacht: Magst Du ihn kurz skizzieren?

 

Nun, ein bisschen so, wie die Jungfrau zum Kind. Ich komme aus einem komplett unmusikalischen Haushalt. Ich habe es als Kind bis zur Blockflöte geschafft und das im Mittelmaß. Darüber hinaus habe ich nie den Drang oder die Intention gespürt, ein Instrument spielen zu wollen.

Wenn ich das bedenke, muss ich schmunzeln: Es gab all die Jahre durchaus viele Begegnungen mit Klang. Mich berührt beispielsweise Kirchenmusik und Orgelmusik sehr. Ich liebe die Harfe als ganz sanfte Schwingung. Ich erlebte intensive Tiefenmeditationen mit Metall-Klangschalen, die mich auch in andere Leben führten.

Die Intensität von Klängen ist ein permanenter Aspekt meiner Arbeit, der mit hoher Achtsamkeit und Verantwortung Hand in Hand geht. Nicht für jeden Menschen ist in jeder Lebenssituation die Begleitung durch Klänge das Richtige.

 

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Mit welchen Klängen arbeitest Du?

 

(schmunzel): Es ist eher so, das die Klänge mit mir arbeiten.

Meine Klangfreunde sind zum einen die Kristallklangschalen mit ihren sphärischen Klängen. Eine andere Begleiterin ist meine Monochord-Klangliege. Man muss sich diese als großes Bett vorstellen, an ihrem Bauch sind 80 Saiten angebracht, schwebend aufgehängt. So bleibt der größtmögliche Teil der Schwingungen im Klangkörper selbst und wird nicht an die Erde abgeleitet.

Indem ich die Saiten anspiele, taste ich akustisch den Körper der Klientin ab und nehme wahr, wo Unbalancen vorhanden sind. Ein Beispiel: Sehr analytisch denkende, kopflastige Menschen haben in der Regel einen schweren Kopf mit tieferen Klängen, die Füße hören sich im Gegensatz leichter, heller an. Die Monochord-Liege kann dabei unterstützen, dieses Ungleichgewicht – das Fehlen von Erdung von zu viel Kopfschwere – zu harmonisieren und auszubalancieren. Ich spiele die Monochord-Liege so lange, bis ich höre und erlausche, dass eine Harmonisierung eingetreten ist.

 

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Welche Bedeutung hat Stille bei Deiner Arbeit mit Klängen?

 

Ein Ton – Pause – ein Ton: In dieser Pause, sobald der erste Ton verklingt und der zweite noch nicht anklingt, da ist Stille.

Ich las einmal, dass Japaner genau auf diesen Zwischenton – die Stille – achten. Wir Europäer sind daran gewöhnt, auf die Töne zu hören. Klänge öffnen in dem Gegenüber einen inneren Raum. Dieser Raum ist ein heiliger Raum, ein Raum der Stille. Klänge ermöglichen erst diese Stille, so konträr sich das auch anhören mag.

Naturgeräusche, wie das Singen eines Vogels, der Wind in den Bäumen, die Brandung an einer Küste lässt uns entspannen und erschafft ein inneres, friedvolles Loslassen. Man kommt bei sich an und nimmt sich selber wahr. Klänge unterstützen genau dieses Fühlen. Sie wirken immer, weil sie nicht über den Verstand gesteuert werden.

 

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Mit welchen Fragen kommen Deine Klienten zu Dir? Was beschäftigt sie?

 

Die Symptome sind so vielfältig, wie die Menschen. Sie kommen mit Themen rund um Allergien, um Erschöpfungszuständen oder Verspannungen, wegen einer Tinnitusproblematik – typische Symptome für unsere Zeit.

Andere wollen ihre Lebensthemen nicht mehr analytisch durchdenken und besprechen, sondern Lösungen und Wege intuitiv erfühlen oder erspüren.

Manchmal sind einfach nur neugierig oder sie wollen sich etwas Gutes tun.

 

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Beim Thema Tinnitus merke ich (aufmerksam) auf. Man möchte meinen, dass die Klänge, die ich einem Menschen mit Tinnitus anbiete, zunächst als unangenehm wahrgenommen werden. Welche Erfahrungen hast Du gemacht?

 

Es gab durchaus Menschen in meinen Arbeitsgruppen, für die waren die hochfrequenten Klänge der Kristallklangschalen fremd. Sie konnten mit diesen Tönen nicht in Resonanz gehen, sie brauchen mehr „Erde“, also tiefere Frequenzen.

Da können Metall-Klangschalen die besseren Begleiter sein. Das sind allerdings eher die Ausnahmen. Die meisten Menschen erleben die angebotenen Klänge zwar zunächst als ungewohnt, können sich aber bald öffnen und kommen in eine entspannte Meditation.

Die Atmung vertieft sich, es liegt ein großer Frieden auf dem Gesicht, oft ein Lächeln. Mir ist in diesem Zusammenhang ganz wichtig, dass meine Klang-, und Energiearbeit kein Heilversprechen beinhaltet und keineswegs den Arzt, Therapeuten oder Heilpraktiker ersetzt. Energiearbeit (auch Klangarbeit) ist eine Ergänzung und unterliegt der Eigenverantwortung der Klienten.

 

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Wo findest Du Deine Stille und Entspannung?

 

Ich spiele meine „Klangfreunde“ auch für mich: Meine Klangliege, meine Elfenharfe, meine Kristallklangschalen. Bezaubernd sind meine Koshi’s, die Sansula oder Glocken. Alle Schätze mit wunderschönen Obertönen.

Oder: Ich setze mich gern hin und male. Auf diese Weise habe ich meinen Kurstitel „Klang und Farbe - wenn die Seele Bilder malt“ entwickelt. Über das spielerische Erkunden und Ausprobieren habe ich meine Seelenklangbilder entdeckt. Ich bin dabei absichtslos, völlig vertieft und lasse einfach geschehen, was an Impulsen kommt. Das entspannt mich. Neudeutsch ausgedrückt: Ich bin dann absolut im Hier und Jetzt.

 

Weitere Informationen zur Arbeitsweise und zur Person Claudia Olivia Gillmann finden sich auf der Homepage www.seelenton.eu.

 

Lese-Tipps von Olivia Gillmann:

Lyz Cooper: Der Klang der göttlichen Seele – Transformation und Selbstheilung durch Klangtherapie, Trinity Verlag;

Jonathan Goldman: 7 Geheimnisse der Klangheilung- inkl. Audio CD – die therapeuthische Wirkung von Klang auf Körper, Geist und Seele; Südwest Verlag;

 John Beaulieu: Heilen mit Musik und Klang, AT Verlag

Einladung zur Messe „Heilsam“ am 12. Mai 2012, in der Rudehalle, Glücksburg

Olivia Gillmann

Seelenbild von Claudia Olivia Gillmann

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SCHLÜSSELWÖRTER 
MONOCHORD-LIEGE, KRISTALLKLANGSCHALEN, OLIVIA GILLMANN, SEELENTON
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1 KOMMENTAR(E)

Liebe Harriet,

 

danke für Deine liebevolle Website und das wir durch Fanu zusammen geführt wurden.

Licht und Klanggrüße

Olivia

Claudia Olivia Gillmann
am 
06. Mai 2012

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