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VON HARRIET OERKWITZ
09. SEPTEMBER 2011

Wissen Sie, wie sich ein gesunder Körper anfühlt?

Bewegende Podiumsdiskussion zur Eröffnung des 5. Klang-Kongresses in Dortmund

Klangschale
Quelle: Peter Hess Institut

„Cogito ergo sum - Ich denke, also bin ich. Diese Aussage des Philosophen René Descartes bricht uns heute das Genick. Nämlich dann, wenn unsere Gedanken negativ gefärbt sind, sich mit Ängsten beschäftigen und depressive Stimmungen und Stress erzeugen.

Meine Aufgabe als Mediziner sehe ich vermehrt darin, das Körperbewusstsein meiner Patienten zu schulen: Wer bin ich, wenn ich nicht denke?“ Dr. Uwe H. Ross ist Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Therapeut, Coach und Dozent in Freiburg. Die Tinnitus-Therapie ist sein Tätigkeitsschwerpunkt. Da er seit einigen Jahren auch die Klangmassage und Klangmethoden nach Peter Hess praktiziert, ist er als Gast der eröffnenden Podiumsdiskussion auf dem 5. Klang-Kongress in Dortmund geladen. Gemeinsam mit Kollegen aus der Medizin, Therapie, Pädagogik und anderen psychosozialen Diensten werden bis Sonntag die Wirkungen dieser Entspannungsmethode in verschiedenen Praxisfeldern diskutiert, Erfahrungsberichte ausgetauscht und Anregungen für die eigenen Arbeit mit Klangschalen gestiftet.

Dr. Uwe H. Ross begreift die Klangmassage als körperbezogene Hypnoseform und nutzt die Klangschalen, um seine Patienten „aus ihren Gedanken in den Körper zu begleiten.“ Dabei beobachtet er häufig, dass vor allem Männer große Schwierigkeiten haben, diese wohltuenden Effekte überhaupt zu benennen. „Viele haben keine Landkarte und kein Ziel, wenn sie gesund werden wollen. Sie wissen überhaupt nicht, wie sich ein gesunder Körper anfühlt.“

Heil sein. In Harmonie sein. Stimmig sein. Gesund sein. Dieses Gefühl bemerkt man nicht nebenbei. Wir müssen unsere Aufmerksamkeit darauf richten und es bewusst wahrnehmen. Die Leistungsanforderungen, die Hetze und die Geschwindigkeit des Alltages machen es uns schwer. „Schon im Kindergarten verlieren unsere Jüngsten den Bezug zu ihrem Körper,“ erklärt Familienpädagoge Dr. phil. Luis Erler. Aus diesem Grunde sind Unterbrechungen dringend notwendig. Gemeinsam mit seiner Frau Dr. phil. Hella Maria Erler entwickelte er die sogenannten Klang-Pausen. Sensibilisierung, Schulung und Stärkung der grundlegenden Kompetenzen, die Voraussetzung für Wahrnehmung, Problemlösung und Lernen sind, fokussiert auch das kognitive Förderungsprogramm KliK Klang in Kindergruppen – konzipiert von Klangpädagogin Petra Emily Zurek.

Kardiologe Dr. Jens Gramann – 2009 absolvierte er die Ausbildung der Klangmassage im Peter Hess Institut – hat zumeist mit Patienten zu tun, die derlei Frühförderung nicht genossen haben. „Sie fühlen sich hoffnungslos verhaftet im Stress“, beschreibt der Berliner Herzspezialist. „Gesund bedeutet hier, die Patienten aus ihrem linearen, kausalen Bewusstsein hin zu einem emotionalen, spirituellen Bewusstsein zu führen.“ Dass dabei Klangschalen helfen sollen, betrachten die Betroffenen im ersten Moment häufig skeptisch - „zu stark ist ihre Esoterikphobie ausgeprägt,“ scherzt Gramann. „Wenn ich dann den Laptop und die viele Elektroden aufbaue und das Biofeedback erkläre, ahnen die meisten, es könne sich doch um fundierte Wissenschaft handeln.“

Die Abgrenzung zur Esoterik erachtet auch Dr. phil. Luis Erler als besonders wichtig, wenn es um die Darstellung der Klangmassagen bei Verwaltungen und Entscheidern für finanzielle Unterstützung geht. Zu groß wären die Vorurteile: „Nur weil Klangschalen in esoterischen Läden stehen, sind Klangmassagen keine esoterische Methode.“ Solange diese aber nicht von den Krankenkassen bezuschusst werden, gilt es, sein Auskommen in Form von Mischkalkulationen - als Buchautor, Seminarleiter oder Referent über die Wirkung von Klängen - zu bestreiten. Und das scheint eine große Herausforderung zu sein, wie man aus den zahlreichen Kommentaren und Beiträgen aus dem Publikum an die Podiumsteilnehmer ableiten kann.

Für den 5. Klang-Kongress ist wünschenswert, wenn Esoterik und Abrechnungen mit der Krankenkasse nicht Themenschwerpunkten bei der inhaltlichen Auseinandersetzung bleiben. Gemeinsam können wir die Bedeutung und das Potential bei der Vernetzung von Wissenschaft und Spiritualität erkennen, eine beiderseitige Wertschätzung und Anerkennung pflegen und neue, innovative Wege und Strategien für die Vermarktung der Klangmassagen ersinnen. Herausragende Referenten beschäftigen sich hier mit inspirierenden Fragestellungen. Unzählige Erlebnisse bringen die Kongressbesucher mit, Austausch und Vermittlung von Erfahrungen stärken die Branche. Die Kompetenz der Arbeit mit Klängen ist an diesem Wochenende in Dortmund versammelt.

„Wir haben eine solide Ausbildung und wissen über unsere Verantwortung,“ schließt Peter Hess die Diskussion und öffnet den Weg zu einem experimentellen Entdecken und Ausprobieren auf dem Klang-Kongress. Das Konzert der Stille wünscht dabei viel Freude!

 

Ergänzung: Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass neben den oben Erwähnten auch Therapeutin Gabriele Ethins, Klanghebamme Connie Henning und Ärztin Kerstin Gommel an der Podiumsdiskussion teilnahmen. Auch sie bieten auf dem Klang-Kongress unterschiedliche Vorträge und Workshops an. Dr. Christina Koller, Mitarbeiterin im Peter Hess Institut, moderierte.

Ich bin Unterstützer: Das Konzert der Stille ist und bleibt in meiner Wahrnehmung ein Geschenk an die Welt. Für die hochwertigen Gastbeiträge und für die oftmals umfangreichen Programmier-Leistungen bemühe ich mich stets um einen Wertausgleich. Wer mir dabei helfen möchte, den bitte ich um seine frEURO auf das Konto Harriet Oerkwitz/ Konzert der Stille, bei der DKB 120 300 00, Kontonummer 1012644777, Betreff: „Ich bin Unterstützer“. Da das Konzert der Stille nicht als gemeinnützige Organisation bewertet wird und somit nicht die Voraussetzung der § 68 ff der Abgabenordnung erfüllt, stelle ich keine Spendenbescheinigungen aus.
SCHLÜSSELWÖRTER 
KLANG KONGRESS, PETER HESS, KLANGMASSAGE, KLIK KLANG, KLANG-PAUSE
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2 KOMMENTAR(E)

Sehr geehrte Frau Oerkwitz,

 

ich finde Ihren Artikel zum Klangkongress sehr gelungen. Ich würde Sie nur freundlich bitten den ersten Absatz korrekter Weise ebenfalls als Zitat von mir zu kennzeichnen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Uwe Ross

Uwe Ross
am 
18. September 2011

Sehr geehrter Dr. Ross,

 

mir war der Original-Ton Ihrer Aussage nicht mehr Wort für Wort im Gedächtnis. Daher wollte ich mich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen und habe es indirekt zitiert - aber in dem Zusammenhang mit Ihrem direkten Zitat gebracht.

Da Sie sich nun bei mir gemeldet haben und (ganz offensichtlich) mit der Formulierung einverstanden sind, rückt das Zitat selbstverständlich auf.

 

Haben Sie vielen Dank für den Hinweis.

 

Ihre Harriet Oerkwitz

Harriet Oerkwitz
am 
18. September 2011

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